eine Mail aus China

Am Dienstag, den 24.10.2017 erreicht mich eine Email mit folgendem Inhalt:„Hello, this is Circle from China. We have a magic TV Show and would like to invite you. Are you available from Oktober 28th to November 5th?“ Ich denke an Versteckte Kamera und antworte, „Klar, kein Problem“, und schlage als Nummer meine Variante des Kugelfangs vor. Wir einigen uns auf die Luftballonnummer, und ich ich lege die Konversation ad acta, da ich immer noch vermute, dass die ganze Sache ein Scherz ist.

Am 26.10. abends, als ich mit meiner Frau bei Freunden zum Essen eingeladen bin, trifft überraschend eine WhatsApp Nachricht von Circle ein. Abflug am nächsten Morgen um 10h, mit Aeroflot über Moskau nach Hongkong. Dort werden wir uns am Flughafen treffen, und uns um mein Visum kümmern. Ich verabschiede mich von den Freunden, packe meinen Koffer, und frage per WhatsApp, ob auch ein Rückflug für mich vorgesehen ist. „Noch nicht, aber ich solle mir keine Sorgen machen.“ Da alles dermaßen absurd klingt, und ich keinerlei Informationen über das Projekt habe, denke ich mir, „großartig, das wird auf jeden Fall eine gute Geschichte“, und stelle acht Stunden später, am Münchner Flughafen fest, dass mein Flug tatsächlich gebucht ist. Zehn Minuten vor dem Boarding trifft eine weitere Kurznachricht mit den Daten für meinen Rückflug von Nanjing, am 06.November ein. Was soll jetzt noch schiefgehen?

Bei meiner Zwischenlandung in Moskau chatten Circle und ich noch ein wenig über die Details meiner TV Premiere in China. Nur wenige Stunden später treffen wir uns auch schon wie vereinbart am Flughafen Hongkong, und fahren direkt weiter zur zuständigen Visastelle, um die Behörden der Volksrepublik über meine bevorstehende Einreise zu informieren.

Es ist inzwischen Samstagvormittag und uns wird zugesichert, dass mein Visum am Montagabend um 18h zur Abholung bereit wäre. Wir haben also drei gemeinsame Tage in Hongkong vor uns, und ich freue mich sehr darauf, diese mir bisher unbekannte Metropole zu erkunden. Nachdem der offizielle Teil unseres Hongkong Intermezzos erstmal erledigt scheint, können Circle und ich uns ganz einer schnell entdeckten gemeinsamen Leidenschaft hingeben: Dim-Sum!!! Dafür scheint Hongkong wirklich ein Mekka zu sein. Gleich um die Ecke von unserem Hotel, führt mich Circle in ein unscheinbares, kleines Paradies, in dem wir praktisch die nächsten drei Tage ununterbrochen verbringen und die Speisekarte hoch und runter durchprobieren.

 

 

 

 

 

 

Schon beim zweiten Besuch werden wir wie alte Freunde des Hauses willkommen geheißen, und am dritten Tag, nach unserem fünften Gastspiel, fließen nicht nur bei mir Abschiedstränen, als wir unsere Weiterreise ankündigen.

Die Sache mit dem Visum klappt reibungslos und am Montagabend fahren wir mit der S-Bahn zur Grenze nach Shenzhen. Im Verlauf der Gespräche mit Circle hat sich übrigens herausgestellt, dass auch ihm keine Details über die ominöse TV-Show bekannt sind, und er gemeinsam mit mir auch zum ersten Mal am Ort der Produktion, in Nanjing, eintreffen wird. Nach dem Grenzübertritt noch ein schneller Restaurantbesuch, wo wir einen Freund von Circle treffen, und dann müssen wir uns auch schon beeilen, um den Flug nach Nanjing zu erwischen. Ankunft um 2.00h morgens und 45 Minuten später, abgeholt von einem Van mit abgedunkelten Scheiben, sind wir auch schon in unserem Hotel eingecheckt, ein Palast, fast beunruhigend groß. Hier kann man meine spontane Reaktion erleben:

Während unseres Aufenthaltes in Hongkong hat sich eine Chat Gruppe des Produktionsteams bei WeChat gegründet, in der Details zu meinem Auftritt besprochen werden. Sowohl die Zigarette, die ich normalerweise während der Nummer esse und am Ende wieder erscheinen lasse, als auch mein großes Klappmesser, welches ich unter erhöhter Nervosität im Gepäck bis nach Nanjing transportiert habe, werden ersatzlos gestrichen und außerdem wird mir nahegelegt, weitestgehend auf Sprache zu verzichten.

….. weitere Details dieser absurden Reise folgen, demnächst….

Erst als ich wieder in Deutschland angekommen war, habe ich realisiert, was für ein Riesen-Event diese Show in China ist: 270 Millionen Zuschauer pro Folge. Natürlich gab es auch Reaktionen, und zwar genau eine Mail, von einem in China lebenden Marokkaner, der begeistert von meinem Auftritt war…

Aber hier schon einmal für die Neugierigen das Endergebnis:

 

 

 

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.